| 21.11.2004 Nur nebenbei Dascha nun schon über fünf Jahre her. Aber beim Blättern durch alte Zeitungen erinnerte ich mich gerne noch mal an zwei Geschichten vom Ende des letzten Jahrtausends. Am 14.August des ersten kompletten Schaaf-Jahres, also nach dem Pokalsieg 1999, spielen die ruhmreichen Grün-Weißen gegen am Ende zehn Stuttgarter 0:0 im Neckarstadion. Bester Werder-Spieler: Torwart Frank Rost. Ein durchwachsener Beginn. Am Abend gibt der neue Sportdirektor Klaus Allofs den Wechsel eines Spielers an die Weser bekannt, der in den Jahren zuvor eher weniger überzeugt hat - es sei denn, durch seine Verletzungsanfälligkeit. In Dortmund nicht mehr auf die Beine gekommen, nach ganzen fünf Kicks in Griechenland bei Panathinaikos sang- und klanglos verabschiedet in die Heimat auf den Altersruhesitz. Und er ist bereits 36 Jahre alt, was allerdings in Bremen seit den Zeiten der Fichtel, Kostedde und Burgsmüller niemanden wirklich interessiert. Dieser Spieler soll der vielleicht wichtigste Spieler für den heutigen erfolgreichen SV Werder werden. Sein Name: Julio Cesar ! Am Ende seiner kurzen Karriere beim Pokalsieger stehen ganze 12 Bundesligaspiele, kein Tor, aber eine Rote Karte sowie ein genauso sang- und klangloser Abschied, wie zuvor in Athen. Aber er war der erste wirkliche Star der neuen Werder-Ära. Ein Mann, an dem sich der junge Neuzugang Frank Baumann aufrichten kann, von dem er wohl mehr lernt, als allen anderen zuvor. Julio Cesar war umgehend ein Liebling der Zuschauer. Er hat die positive Stimmung um Werder im Herbst 1999 sicher noch weiter angeheizt. Es war, soweit ich mich dran erinnere, auch für mich ein Signal "Seht her, solche Spieler können auch in Bremen verpflichtet werden." Das war sie, DIE Schlagzeile des 14.8.1999. Dabei geriet eine andere fast zur Randnotiz. Nur nebenbei erwähnt sei also, dass eine gewisse Steffi Graf einen Tag vorher, am 13.8.1999 (exakt um 12:04 Uhr, wie ganz genaue Beobachter mitgeplottet haben) ihren endgültigen Rücktritt von der Randsportart Tennis erklärte. Aber wen interessiert in Bremen auch schon eine 22-fache Grand-Slam-Siegerin, wenn wir gerade zu wirklich neuen Ufern aufbrechen und dafür ein Julio Cesar als der sichtbarste Beweis verpflichtet wird. Eben ! Hornsby |