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Україна – Italia oder Deutschland - Argentina oder aber
auch wie aus Désirée Thomas wurde und sie von der Polizei nach Hause gebracht
wurde. Mittwoch 28.06.2006 – Teamsitzung des Fan-Projekts
Bremen e.V. Neben den „üblichen“
Gesprächsthemen wurde auch über das Viertelfinalspiel in Hamburg am 30.06.
geredet. Thomas H. trat von seiner ihm zu gesprochenen Karte zurück und Désirée
bekam das Glück zu spüren, indem sie die Karte erhielt. *whaaaaaa*
geil, noch ein WM-Spiel und dann auch noch ein Viertelfinale. Hammer. Es gab
nur einen Haken: die Karte war auf den Namen „Thomas H.“ ausgestellt. Der Name
ist ziemlich männlich, naja, und ich bin dann doch
eher weiblich. Egal, man war schließlich in dem Besitz der Karte und holte sich
dann eben schnell die Erlaubniserklärung zum Besitz der Kardde
und die Einverständniserklärung für eine eventuelle Umschreibung und eine Kopie
des Persos. So hieß es nun: Hamburch
nimm dich in Acht – ich komme (…wenn alles mita Kardde geht…)! Freitag 30.06. – Schlaaaaand
spielt und wir in Hamburch Die Tage vergingen wie im
Flug. Und so stand auf einmal schon der Freitag in der Tür. Der Freitag an dem
Deutschland kollektiv schwarz-rot-gold trug. Schon morgens wurde man mit „…und
1 und 2 und 3 und ’54, ’74, ’90, 2006…“ geweckt, woraufhin der gut gelaunte
Radiomoderator vor Stolz fast zerbarst als er über „unser“ Team, „unseren“
Klose und „unseren“ Podolski sprach. Nicht nur er war
sich sicher - ganz Deutschland schien an den Einzug ins Halbfinale zu glauben -
und die Sonne lachte munter dabei. Um 11:33 h fuhr mein schöner
Dorfbus mich auf die andere Weserseite, in Richtung Stadion. Auf dem Weg zählte
ich exakt 120 deutsche Fahnen an Autos (in den Autos saßen vorwiegend Frauen)
und 3 ausländische, von denen eine italienische (deren Spiel man ja am Abend in
HH verfolgen wollte) und zwei schwedische (die dazu gehörigen Kicker wurden ja
aber schon von Deutschland im Achtelfinale rausgeschmissen). Gegen 11:55 h war
ich dann am Fanprojekt und wartete mit Susanne auf Carsten und Jens S., welche dann
auch bald eintrudelten. In Jens’ Auto machte man sich auf den Weg Richtung
Hamburg. Zwischendurch einmal für die Weiber eine Pipi-Pause gemacht. Woraufhin
Frau einen 0,50 € Gutschein einlösen musste. Klasse, in der Tankstelle gab es
nur Sachen über 50 Cent, sodass ich einen Lollie (der
im Übrigen scheiße schmeckte) kaufte, für den ich noch 5 Cent drauf zahlen
musste. Aber das soll nun nich ein Bericht über einen Lollie
werden, sodass wir nun weiter im Text machen. Lustig fuhren wir weidder in Richtung WM-Stadion Hamburg und schafften es
diesmal sogar den „blauen Bereich“ zu erwischen und sind dann auch auf den
„blauen Parkplatz“ gefahren um dort zu parken. Für den bewachten Parkplatz
blätterte man 6 €uros hin und traf dann dort auch directly auf Jens H., der von zwei Polen begleitet wurde.
Der Ältere von denen sprach nur polnisch, der Jüngere konnte aber mit der
englischen Sprache glänzen. Und so ging man – also quasi
ein kleiner Multikulti-Haufen – zur S-Bahn, Linie 3.
Der Weg vom Stadion zur S-Bahn ist gaaaaanz
schrecklich – einfach viel zu lang. Da lob ich mir unser Weserstadion, bei
welchem man, egal von woher man kommt immer an irgendwelchen Kneipen und
Häusern aus denen Werder-Lieder dröhnen, vorbei geht. In Hamburg ist nix – nada – niente – null… Nach dem doch recht langen Weg
wartete man noch 5min auf die gewünschte S-Bahn, wo einem schon beim Einstieg
von einer überflüssigen „Jugendgruppe“ ein ebenso überflüssiges „Sieg – Heil“
(der im Fanjargon oft benutzte Ruf „Sieg“ wurde von einem mit einem „Heil“
hinterlegt) um unsere bemitleidenswerten Ohren dröhnte. Das ignorierte man und
setzte sich auf die wenigen freien Plätze. Gegenüber von einigen von
uns saß ein doch recht merkwürdiger Mann, der locker bei der Band welche „YMCA“
singt, auch verkleidet hätte mitmachen können. Er hätte einen Coweboy oder auch einen Polizisten spielen können. Nachdem
er uns einige spannende Dinge aus seinem Leben erzählte und sich seine Zigarette
drehte (O-Ton „Is ja billiger“, Antwort Jens S. „Ohne
is noch viel billiger“) stieg der Jute dann doch aus.
Und wir taten es ihm an der Station „Reeperbahn“ gleich. Dort dann ers ma Richtung
„Heiligengeistfeld“ gelaufen. Man zog in Betracht dort „Public Viewing“ zu machen, doch der Platz war gegen 15:00 h schon
so voll, dass er für weiteres Publikum geschlossen wurde. Die Leudde, die dort einen Platz bekommen hatten, taten mir leid – Staubboden und das bei der
Hitze. Wir sind dann einmal kurz in die Fanbotschaft, wo ich allerlei Flyer, Hefte und Postkarten einsackte und wo wir uns von
dortigen „Arbeitenden“ – vom Hamburger Projekt – noch was zu trinken ausgeben
haben lassen (Original Klinsisprech, Anm. d. Red.). Dann sind wir getrennt von
einander wieder in Richtung „Reeperbahn“, wo wir auf dem Weg gegenüber dem
legendären Cafés „Keese“ - auf dem
Spielbudenplatz - eine kleine Leinwand mit allerlei Buden drum fanden. Auch
dieser Platz war schon sehr voll mit Menschen in den deutschen Nationalfarben. Eine
Frau hatte sich auf ein normales Käppi ein gebasteltes Fußballfeld geklebt –
Deutschland lebt Fußball, egal ob Kind oder Erwachsene, dick oder dünn, egal welche
Nationalität oder Glaubensrichtung man hat, alle waren für Deutschland und auch
oft so gekleidet. Ausnahme bildeten ca. 10 Argentinier. Nach einem kurzen Check-In am Würstchenstand stellte man nach einigen
Überlegungen fest, dass der Platz, auf dem wir standen, zum Fußball gucken
total bescheuert ist, weil man nach ca. 20min eine Genickstarre zu befürchten
hatte, da die Leinwand ziemlich hoch auf einem mehrstöckigen Haus stand. Also,
schnell einen anderen Platz zum Fußball gucken suchen, wo sich zahlreiche
Kneipen in der näheren Umgebung anboten. Nach einem kurzen Aufenthalt
in einem Café nicht unweit der „kleinen“ Fanmeile entschieden wir uns in der
Diskothek „Docks Club“ das Spiel der Deutschen Elf zu verfolgen. Nachdem wir die
Türsteher, welche auch gut den Spruch bringen hätten können „Ey, Alldah, du kommscht hier net rein!“ passiert
hatten, stand der Fußballfreude nichts mehr im Wege. Fehlte nur noch ein Sieg
der Deutschen um die Euphorie im Lande aufrecht zu erhalten! Das Docks selbst war schon relativ voll, aber wir fanden noch
Platz und nachdem der nette Herr Techniker ein wenig an dem Beamer
gearbeitet hatte, hatten wir ein super Bild. Let the match begin.
Doch bevor es losgehen sollte, gingen mir einige der dort anwesenden Personen
schon gepflegt auf den Keks. Da wären zu nennen: Zwei Chicas
die immer kreischend auf und abflanierten um irgendwie männliche Aufmerksamkeit
zu erlangen (was leider auch geklappt hat), drei Prollos
von denen der eine immer „Du hast deine Haare schön“ gesungen hat (und das
durchgängig - die Drogen, die der genommen hatte gehören verboten – sind sie
aber wohl so oder so…) und dann war da noch eine Clique von ca. 5 jungen Männer
die kaum mehr Wörter in ihrem Vokabular hatten als „Schwuchtel“ (ja, sie
nannten sich auch gegenseitig so). Der Obermagger von
denen hieß Falk und fand es dann auch sehr lustig die anderen mit Eiswürfeln zu
bewerfen oder anzuspringen. Ja, ansonsten war da noch eine andere Dreier-Crew,
die ziemlich nervig war: Von den drei Türken waren zwei für Deutschland und
einer für Argentinien. Sehr gefallen haben mir deren Nebelhörner und die
ausziehenden Blicke, welche an fast jede weibliche Person gerichtet wurde. Oh
mein Gott, wo waren wir hier nur gelandet?? Aber über diese Frage wollte
ich gar nicht weiter nachdenken, denn schon liefen die Mannschaften ein und die
Nationalhymnen wurden gesungen (!). Als die deutsche lief, umarmten sich die
Menschen in der Disco und sangen inbrünstig mit, auch von draußen konnte man
Gesänge erhören. Und dann… dann…dann ging looooooooos.
Freudig wurden Gesänge
angestimmt, unter anderem auch immer wieder „Du hast die Haare schön“ von dem
bei und in der Nähe stehenden Typ. Das Spiel an sich war ein
Taktisches Gemetzel aber sehr ansehnlich. Doch man ging
mit einem 0:0 in die Halbzeit und man hatte die Befürchtung, dass es in
der nächsten Zeit nicht besser werden würde und man in die Verlängerung gehen
müsste. Doch es kommt ja – wie ein Sprichwort sagt – immer anders als man denkt
und so schoss Ayala in der 49. Minute das 0:1. Fuck! Alle waren erst einmal getroffen und mussten den
Schock verarbeiten, doch die deutsche Mannschaft kämpfte und rackerte sich ab.
Und dann – man hatte kaum mehr damit gerechnet – köpfte Miroslav Klose, „unser“
Bremer Jung, nach Vorarbeit „unseres“ anderen Bremer Jungen, Boro, das 1:1. Jaaaaaaaaaahaaaaaaaaa!!! Überall ging die Luzie ab und –
Jedem und Jeder war klar: Das Ding wird gewonnen! Doch es ging in die
Verlängerung. Man merkte, dass die Argentiniern konditionell immer mehr am Ende
waren, da sie sich immer mehr im eigenen 16er versteckten. Klinsmann wechselte Odonkor ein und somit entstand noch einmal sehr viel Druck
auf das argentinische Tor. Es half nichts. Man musste ins Elfmeterschießen
gehen. Neuville versank den ersten. Deutschland führte. Aber auch
Cruz traf. Die Spannung war kaum mehr auszuhalten. Ballack war der nächste.
Viele drehten sich weg – und Ballack?? Er traf!!!!!! Dann trat Ayala (der Schütze des 0:1 an) und Lehmann hielt. Jaaaaaa! Boah, nun der „Doppelpass-alleine?-Vergiss-es!“-Podolski… und… Toooooor! Auch Rodriguez versank seinen Elfer, aber
Deutschland führte immer noch. Nun Borowski, der
Bremer, der doch schon ein paar Elfer verschossen hatte… er lief an und trifft:
TOOOOOOOOOOOR! Wenn nun Cambiasso verschießt sind wir
im Halbfinale – die Luft war geladen. Cambiasso läuft
an und Lehmann hält: JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!! Ein
Aufschrei ging durch die Luft: „Berlin, Berlin – WIR fahren nach Berlin“. Doch zum Feiern blieb uns
keine Zeit: es war schon 19:50 h und um 21:00 h ging das Viertelfinalspiel
Ukraine – Italien los. Also schnell aus dem Docks raus und Richtung Reeperbahn
S-Bahn-Station, doch da kam man nicht weit. Denn direkt auf der Reeperbahn war
ebenfalls noch ein Public-Viewing-Platz, welcher von
einer Polizei-Kette abgesperrt wurde. „Jaaaaaaaaaaa“
– überall feiernde Leute um uns rum. Sie sangen und sprangen und wir liefen
schnell zum Hafen (wir durften ja auf Grunde der Absperrung nicht zur Station
Reeperbahn) um von dort aus nach Stellingen zu
fahren. Auf dem Weg zu der Station überall lachende Menschen und lauter Wagen,
die begannen sich zu Autokorsi zusammen zu schließen.
Auffällig war, dass viele Südländer mit Deutschlandfahnen aus Schiebedächern
wedelten – Integrationsfeeling at its
best! Wir schnell in die Station
rein und auf die Bahn gewartet. Nach einigen Minuten kam dann auch eine S1 und
wir stiegen in die doch recht vollen Wagen ein. Nach einer Station wurden
Sitzplätze frei. Carsten, Jens S. und Susanne setzten sich auf einen Vierer auf
dem noch drei Plätze frei waren. Am
Vierer daneben war ein Platz frei, auf den ich mich setzte und ich – die ich ja
aus rein patriotischer Sicht und aus Stolz auf den eigenen Verein einen
Werder-Schal umhatte – hatte doch tatsächlich das unfassbare Glück, mir diesen
Platz mit drei ca. 25 Jahre alten Stellingern zu
teilen, der eine in Begleitung seiner Freundin. Suuuuper!!!
Den ganzen Tag keinen von denen getroffen und dann?? Dann gleich 3… Nach zwei Minuten hatten sie
dann auch meinen Werder-Schal gesichtet und machten sich erst mal ordentlich
darüber lustig „Eeeeyy Chica.
Wasn das da??“ -„Sieht aus wien
Schal mein Lieber, oder?!“ – „Jaja.
Aber ders grüüüüün…“ – „Wow,
das wusst ich noch gar nicht!“-
„Werder stinkt nach Fisch!“ Und weiter: „Wieso trägst du Werder, heudde hat Deutschland gespielt und außerdem Werder – das
geht ja gar nich.“ – „Ich trag immer Werder! Außerdem
gerade in Hamburg muss man zu seinem Verein stehen!“ – „Aha. Das is aber ein Deutschlandspiel…“ Nachdem mir dann jeder
einzelne von denen die Hand geschüttelt hatte und auch noch sich persönlich
vorgestellt hatte mischte sich die Freundin des einen ein: „Ich versteh gar
nicht was ihr gegen Werder habt! Die Spieler sehen gut aus – und es ist doch
auch ein Nordklub…“ Tja, auf diese Äußerung fiel mir erst einmal nichts ein und
den Jungs auch nicht, weshalb sie begannen die deutsche Nationalhymne zu
singen. Diese geht ja bekanntlich
so: Einigkeit und
Recht und Freiheit für brüderlich mit Herz
und Hand. sind des
Glückes Unterpfand. blühe deutsches
Vaterland! Doch davon schien zumindest
einer der drei Herren nichts zu wissen der munter sang „…Einigkeit und Recht
und Freiheit das ist unser Vaterland…“ Aaahhh jaaa… auch eine sehr
schöne Variante, aber - „möööp!“ - falsch. Als ich sagte, dass dies falsch sei
und einer der Mitsänger mir zustimmte, war der Falschsänger ziemlich wütend auf
seinen Kumpel, weil er ihm ja in den Rücken gefallen sei – und das alles vor
einer Bremerin! Haha! Um von dieser doch recht
peinlichen Situation abzulenken stellte sich der dritte Herr im Bunde zum
gefühlten 10. Mal vor: „Hallo, ich bin Helge. Du bist echt cool und niedlich.
Du verhältst escht gut.“ Buaaarrrg!
Jaaa, so genug mit den Schleimereien, war auch eh
schon die gewünschte Haltestelle – der Name ist mir leider entfallen – also
raus und mit den Projektlern auf Carstens Freundin
gewartet, die in der nächsten S-Bahn saß. Zu fünft machte man sich
dann auf den Weg raus aus der Station und rein in den „WM-Bus“, der einen
direkt zum Stadion brachte. Im Bus waren sehr viele Menschen unter anderem ein
paar sehr gut gelaunte Isländer, die freudig ihr Deutsch erprobten und
ansonsten fröhlich sangen: „They’re blue. They’re white, They’re going home tonight – Aaaaaargeeentiiinaaaa Aaaaaaargeeentiiinaaaa“. Von der Haltestelle, wir
hatten noch eine halbe Stunde bis zum Spielbeginn, schnell zum Stadion gelaufen
(wobei schnell relativ ist bei den Wegen in HH). Doch dann endlich am blauen
Sektor angekommen und dann dort in Frauen und Männern aufgeteilt an der ersten
Kontrolle angestellt. Carstens Begleiterin und ich waren ziemlich nervös, denn
wir hatten Karten, die auf einem Männernamen ausgestellt waren. Oh Gott… ob’s
klappt?? Genau in einem Moment, an dem ich – obwohl ja alle Schreiben dabei
waren – ziemlich nervös war, sind auf einmal wieder die Hamburger aus der
S-Bahn an uns vorbei gegangen, welche laut „oh nä..
die Bremerin – Haaaaaalllloooo!“ brüllten. Nach einem kurzen Augenverdrehen
fiel uns auf, dass die Frau in deren Schlange wir standen sehr genau auf die
Karten und somit auch auf die Namen schaute. Scheiße! Schnell in die andere
Reihe gestellt und gebangt. Die erste von uns war dran und es klappte!! Zwar musste
sie noch etwas als Waffe Geltendes (ein Gel) abgeben, aber sie war drinne. Dann kam ich an die Reihe (meine Karte in dem
Kartenhalterdingens unterm Polo-Shirt versteckt)
wurde ich nur abgetastet. Die Karte wurde nicht verlangt. JA! Ich konnte mein
Glück gar nicht fassen – ich war drinne!!! Die vorher als megaheftig angekündigten
Sicherheitskontrollen waren einfach zu umgehen (Zitat Carsten „Und unter anderem
auf Grund dieser tollen Sicherheitskontrollen sind die Karten so teuer… na
toll! *lach*) Ups, schon 20:45 h. Schnell zur zweiten
Kontrolle, bei welcher die Karte nur an ein Lesegerät gehalten wurde und wir
waren alle reingekommen – Jezz
geht los! Viele Zuschauer kamen wie
wir auf den letzten Drücker und fast alle hatten Deutschland-Klamotten an. Um
Punkt 21:00 h nahmen wir auf unseren Plätzen Platz und die waren… nunja… scheiße. Man saß direkt an der Treppe, zweite Reihe
von unten (d. h., dass unter den zwei Treppen ein Weg war um zu den Treppen zu
gelangen), weshalb alle möglichen Menschen (besonders die Cola- und
Brezel-Männer) ständig an uns vorbei gingen. Und dann war genau auf Augenhöhe
auch noch eine Stange, die die Blöcke trennte. Wenn ich in diesem Stadion eine
Dauerkarte für den Schachmeister (haha, ich mein natürlich diesen komischen
„Verein“, der Fußball zu spielen versucht) hätte, würd
ich den Verein fragen, ob man nich irgendwas am Preis
bezüglich dieser durchaus sehr beschissenen Plätze ändern könnte… SCHRECKLICH!
Ich habe noch nie so wenig von einem Fußballspiel mitbekommen wie diesmal. Neben dem einen Tor (dem uns
gegenüber liegenden) hing eine Werder-Fahne *hihi*. Flagge zeigen – Richtig so! Vor uns saßen zwei Engländer
aus Newcastle. Die waren so lustig! Der Hammer!
Hinter uns saßen Paulianer die auch am Anfang noch
fröhlich ihre Fahne schwenkten, doch dann kam ein Stellinger
– NEIN, einer von denen aus der S-Bahn. Werde ich die denn nie los?? – und
wurde ziemlich böse, woraufhin die Paulianer
aufhörten ihre Fahne zu schwenken aber anfingen zu lästern. Ansonsten saßen in unserem
Block seeehr viele Stellinger.
Juhu… Schon in der 6. Minute schoss Zambrotta das 1:0
und die Azzuros freuten sich. Generell waren wenig
Ukrainer und Italiener im FIFA-WM-Stadion Hamburg am Start, sodass die
Deutschen noch ordentlich ihren Sieg feiern konnten und oft „Steht auf wenn ihr
Deutsche seid“ angestimmt wurde. Ab und an drang auch ein
leises „Forza Ragazzi“ (klingt wie legga Essöööön! Heißt aber
„Vorwärts Jungz!“) durch die Reihen, wurde aber nie
wirklich laut. Ich persönlich fand nicht wirklich ins Spiel, weil man vorher so
aus dem Jubel herausgerissen wurde und ich auch einfach viel zu sehr abgelenkt
wurde… von den Engländern. Diese versuchten Deutsch zu sprechen. Schauten jeder
Frau auf die weiblichen Zonen des Körpers und nannten alle deutschen Männer „Albert“.
Sie sangen mit Vorliebe „Luuukaaasss Potolzki“ und hielten Susanne für meine Mutter, welches wir
aber versuchten aufzuklären, allerdings glücklos. Sie gaben mir mit auf den
Weg, dass ich später einmal, weil ich ja so „cute“
sei, einen reichen gutaussehenden Mann heiraten
werde, welcher mich dann auf die Titelseiten dieser Welt bringen würde. Und ich
solle meiner Mutter keine Sorgen machen. Die beiden waren zu herrlich! Viel
Spaß hatten sie auch beim Singen von Liedern á la „Ohne Cholland
faaahn wia nach Böörlin“. Schade, dass England einen Tag später ausscheiden
sollte. In der Halbzeit bekamen wir
Besuch von einem aus der Bremer Szene (Name mir und den anderen bekannt™),
welchem von den Engländern die Hose runter gezogen wurde. Der Bremer reagierte
aber sehr lässig und schüttelte denen erst einmal die Hand. Nach der Halbzeit schoss
Luca Toni in der 59. und in der 69. Minute zwei weitere
Tore. Die mitgereisten „Azurris“ feierten und auch
viele Deutsche freuten sich mit ihnen. Ziemlich abgetörnt
haben mich die Stellinger die ihre Lieder anstimmten:
„Wer wird Deutscher Meister? Hahahahaundichweigeremichdenrestzutippen!“
oder aber auch „Wer nicht hüpft der ist ein dummer Bremer“ Man muss ja wohl
nicht extra erwähnen, dass wir aufs Hüpfen verzichteten ;-). Die Paulis
stimmten im Gegenzug Lieder wie „Hamburg ist braun-weiß“ an. Und so ging dieses Spiel
dann auch mit einem 0:3 für Italien aus. Der Gegner der Deutschen im Halbfinale
sind also unsere Freunde aus einem der liebsten Urlaubsländer der Deutschen:
die Italiener. Nach dem Spiel sind wir
schnell aus der Kurve raus und bekamen doch tatsächlich Beckenbauers
Hubschrauber zu sehen. Dann schnell zum Auto, dort
verabschiedeten wir uns von Jens H. und
den Polen und fuhren gen Heimat. Gerade als wir die Ausfahrt „Bremen – Arsten“ nehmen wollten, streikte das Auto und fuhr nicht
mehr. Wir standen mitten auf der Ausfahrt. Den ADAC erreichten wir nicht,
woraufhin wir die Zolipei anfunkten, welche uns riet
schnellstmöglich aus dem Wagen auszusteigen und uns hinter die Leitplanke zu
stellen und dort zu warten bis die Polizei kam – gut, folgten wir deren
Anweisungen. Als die Zolipei kam schoben (Wickie und) die starken Männer das Auto in eine Bucht ca.
800 Meter von unserem Standort entfernt, weg. Dort fragten die Polizisten, ob
sie noch wen nach Hause bringen sollten, denn bis der ADAC kommt, könne es noch
dauern. Einstimmig beschlossen die anderen, dass die Polizei mich nach Hause
bringen sollte. Ich war überstimmt und stieg ein. Der recht muffelige Polizist
und seine Kollegin fuhren mich dann nach Hause und ich hatte meine Premiere im
„von-der-Polizei-nach-Hause-gebracht-werden“. „Na das
nenn ich ja ma standesgemäß“, knurrte der Olle zu
Hause… Alles in allem war die Tour
nach Hamburg richtig geil! Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich bin Thomas
wirklich dankbar für die Karte. Ein wenig blöd war es allerdings, dass man aus
den Feierlichkeiten in Pauli so rausgerissen wurde und direkt (auf Grund der
mangelnden Zeit) nach Stellingen musste. Trotzdem
habe ich den Tag genossen: Es war super! Ich durfte ein Viertelfinalspiel sehen
– eine Ehre! Und eine Premier gabs dazu: eine Fahrt
im Polizei Auto (Lalülala!,
d. Red.). Ein wenig enttäuscht war
ich, dass es so wenige Fans der Mannschaften ins Stadion schafften, denn es
waren meiner Meinung nach mindestens ein Drittel Deutsche im Stadion. Italien hat sich sportlich
nicht von der besten Seite gezeigt. Deutschland kann die schlagen! Auf geht’s, Schlaaaaand! |