| Ganz vorne am Start: Die absoluten Highlights, die Eintrittskarten der sogenannten "Wunder von der Weser" sowie die Meisterschafts- und Pokalsiegerkarten. |
04.11.1987 / UEFA-Pokal 2. Runde Hinspiel: Spartak Moskau - Werder Bremen 4:1 Torschütze: Burgsmüller Rückspiel: Werder Bremen - Spartak Moskau 6:2 (4:1) Tore: Neubarth 1:0 (3'), Neubarth 2:0 (10'),Ordenewitz 3:0 (25'), 3:1 Tscherenko (71'), Sauer 4:1 (78') In der Verlängerung: Riedle 5:1 (100'), Burgsmüller 6:1 (108'), 6:2 Passulko (109') Schiedsrichter: Sandoz (Schweiz) Zuschauer: 16000 SV Werder Bremen: Reck - Sauer, Bratseth, Borowka, Schaaf, Votava, Meier, Neubarth, Hermann (73. Burgsmüller), Riedle, Ordenewitz (65. Otten) Spartak Moskau: Dassejew - Chidijatulin (57. Passulko), B.Kuznetzow, Bubnow (91.Kapustin), E.Kuznetzow, Suslowparow, Mostowoj, Buki, Tscherebkow, Rodionow, Schmarow Zum Spiel: Es war die Zeit, als Fußball noch völlig selbstverständlich öffentlich-rechtlich übertragen wurde. Der Werder-Wontorra-Streit beschied den Zuschauern am Bildschirm den drögen Hamburger Peter Jensen. Das typische Bremer Schmuddelwetter und die Live-Übertragung sorgten für eine enttäuschende Kulisse; knapp 17.000 waren nur gekommen. Das Weserstadion liegt direkt am Fluss, die Feuchtigkeit, die in der norddeutschen Kälte steckt, kroch in das helle Oval und brachte Nebel mit. Werder legte los wie von den Fans erwartet. Stürmisch, offensiv ohne Kompromisse und mit erfrischender Begeisterung. Otto Rehagel hatte mit Ordenewitz, Riedle und Neubarth drei Spitzen aufgestellt. Auf der Bank lauerte Manfred Burgsmüller auf seinen Einsatz. Die Richtung war klar. Rinat Dassajw, sowjetischer Nationalkeeper, musste schon in der 2. Minute hinter sich greifen. Frank Neubarth gelang nach der ersten Werder Ecke per Kopf die Führung. Die Stimmung war prächtig. Das Spielsystem der Bremer hatte seine Stärken im schnellen Spiel über links und rechts mit Schaaf und Ordenewitz als Flügelzange: An diesem Abend war es eine Kneifzange. Moskaus Vierer-Abwehrkette mit Kusnetzow und Chidijatulin im Zentrum war hoffnungslos überfordert. Die Angreifer Rodionow und Schmarow standen gegen Bratseth und Borowka auf verlorenem Posten. Immer wieder trieben Meier, Neubarth und Libero Sauer den Ball nach vorn. Auf eine weite Ordenewitz Flanke erzielte Neubarth nach 10 Minuten sein zweites Tor. Und als der schnelle Linksaussen selbst zum 3:0 traf, war Werder quasi in der nächsten Runde. Der Rückstand aus dem Hinspiel war mehr als wettgemacht; das Stadion stand Kopf. Jetzt kam ein anderer Gegner. Langsam, wie von einem Filmregisseur inszeniert, krabbelte der Nebel ins Stadion und blieb bleiern hängen. Die Sicht wurde immer schlechter; der Abbruch durch Schiedsrichter George Sandoz war zu befürchten. Die weiteren Werder-Chancen bis zur Pause konnten von den Reportern nur mit Sichtproblemen kommentiert werden. Immer wieder hiess es: "Das Tor von Rinat Dassajew ist kaum zu sehen. Nur die Zuschauer in der Westkurve sind begeistert von den Chancen des SV Werder, die hinter einer Nebelwand bejubelt werden." Nach der Pause wurde die Sicht besser; ein Abbruch kam nicht in Frage. Und das war gut so, obwohl nach der Halbzeit ein Kräfteverschleiss spürbar wurde. Spartak bekam ein spielerisches Übergewicht; auch bedingt duch Ordenewitz' Verletzung. Für ihn spielte Johnny Otten. Prompt schaffte Scherenkow den 3:1 Anschluss. Rehagel musste reagieren und brachte den 38-jährigen Manfred Burgsmüller für Günther Hermann, um den Angriff zu forcieren. 10 Minuten vor Schluss gelang es dann Gunnar Sauer per Kopfball, Werder in die Verlängerung zu retten. Allein das war mehr, als sich alle nach dem schockierenden Hinspiel erhofft hatten. Es sollten aber noch 30 unglaubliche Minuten folgen. Ein Abend, an dem Legenden geboren wurden. Neben dem spielerisch eleganten und zweikampfstarken Junglibero Gunnar Sauer wurde die Kopfballstärke des Karl-Heinz Riedle zum spielentscheidenden Element. In der 100. Minute schraubte er sich unnachahmlich in die Höhe, blieb dort scheinbar eine Weile stehen, um auf den Ball zu warten, und liess Dassajew mit einem plazierten Nicken keine Chance. Das war's für Moskau. Der Widerstand war gebrochen. Dieses Tor war entscheidend. Es folgten noch das 6:1 durch einen cleveren Burgsmüller-Drehschuss und das 6:2 durch Passulko - doch die Tore und der Einsatz des Frank Neubarth bildeten den Mittelpunkt der Gespräche, wenn es um das "Wunder von der Weser" ging; das erste, aber nicht das letzte dieser Art. Quelle: Norbert Kuntze, "Werder Bremen: Eine Karriere im kühlen Norden"; Verlag die Werkstatt, 1997 |
06.09.1988 / Europapokal der Landesmeister 1.Runde Hinspiel: Dynamo Ost-Berlin - Werder Bremen 3:0 Rückspiel: Werder Bremen - Dynamo Ost-Berlin 5:0 (1:0) Tore: Kutzop 1:0 (11' / Elfmeter), Hermann 2:0 (55'), Riedle 3:0 (62'), Burgsmüller 4:0 (80'), Schaaf 5:0 (90') Schiedsrichter: Quiniou (Frankreich) Zuschauer: 23500 SV Werder Bremen: Reck - Kutzop, Otten, Bratseth, Borowka, Schaaf, Votava, Meier (74. Wolter), Hermann, Riedle, Burgsmüller Dynamo Ost-Berlin: Rudlaweit - Rohde, Herzog, Reich, Köller, M.Schulz (80. Ksienczyk), Küttner, Pastor (81. Anders), Ernst, Thom, Doll Zum Spiel: Willi Lemke zur Ausgangsposition, "Wir haben fünf Wochen gelitten unter dem 0:3". Sie waren heiß und gingen entsprechend selbstbewußt an ihre Aufgabe. Vor dem Anpfiff steckte Günter Hermann den BFC-Spielern,"...dass sie einen Fünfer kriegen". Ähnliche Bermerkungen auch von anderen Bremern verfehlten ihre Wirkung nicht. Der Ost-Meister wirkte nervös. Trotzdem kam für Werder zur Pause nur eine 1:0-Führung per Kutzop-Elfer heraus- Ein bisschen wenig angesichts der Überlegenheit und der vielen Chancen. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich das Spiel dann aber zu einem Ereignis, das zu Recht als zweites "Wunder an der Weser" bezeichnet wurde. Norbert Meier und Günter Hermann, die beiden kleinen Mittelfeldspieler, wuchsen über sich hinaus. In unnachahmlicher Art dribbelten, flankten und schossen sie sich in den wolkenverhangenen Fussballhimmel. Das 2:0 von Hermann, ein Volleyschuss genau in den Winkel, den er selbst nicht sah, weil er jubelnd abdrehte, war für ihn persönlich das "schönste und wichtigste Tor, seit ich in Bremen bin". Riedle, Burgsmüller und schliesslich Schaaf in der letzten Minute schraubten das Ergebnis auf 5:0. "Ich habe immer gesagt, dass im Fussball alles möglich ist..." lobpreiste Otto Rehagel seine Mannschaft, wissend, dass er vor allem dank eines brillanten Norbert Meier die nächste Runde gegen Celtic Glasgow erreicht hatte. Es war in seiner Anlage und Ausführung wohltuend undeutscher Triumph des begeisterungsfähigen Fussballs über eine Gruppe ängstlicher Staatskicker. Fast südamerikanisch feierten Fans und Spieler nach dem Abpfiff. BFC-Trainer Jürgen Bogs hingegen gab eine ganz profane Erklärung ab: "Das war hier die totale Scheisse." Quelle: Norbert Kuntze, "Werder Bremen: Eine Karriere im kühlen Norden"; Verlag die Werkstatt, 1997 P.S: Dies war das sogenannte "2. Wunder von der Weser." |
06.12.1989 / UEFA-Pokal Achtelfinale Hinspiel: SSC Neapel - Werder Bremen 2:3 (0:1) Torschützen: Neubarth, Riedle, Rufer Rückspiel: Werder Bremen - SSC Neapel 5:1 (1:0) Tore: Riedle 1:0 (25'), Rufer 2:0 (55'), Riedle 3:0 (62'), Careca 3:1 (71'), Sauer 4:1 (81'), Eilts 5:1 (90') Schiedsrichter: Aladren (Spanien) Zuschauer: 38500 SV Werder Bremen: Reck - Bratseth (77. Sauer), Borowka, Otten, Bockenfeld (83. Wolter), Votava, Neubart, Eilts, Hermann, Riedle, Rufer SSC Neapel: Giuliani - Corradini, Ferrara, Baroni (46. Carnevale), Francini, de Napoli, Zola (59. Renica), Maradona, Crippa, Careca Zum Spiel: Nach einer überragenden Leistung im Hinspiel, dass der SV Werder mit 3:2 gewann, erwartete man als Werder Fan einen SSC Neapel -zu dieser Zeit ein absoluter Europäischer Spitzen Verein- der alles daran setzen würde, dass Rückspiel zu seínen Gunsten zu entscheiden. Was folgte, war ein rauschendes Fußballfest des SV Werder, der Neapel u.a. mit Maradona, Baroni, Carnevale, Careca und de Napoli, allesamt absolute Topstars, vor allem in der 2.Halbzeit in Grund und Boden spielte. |
22.05.1991 / DFB-Pokal Finale 1.FC Köln - Werder Bremen 4:5 n.E. Tore: Eilts 1:0 (48'), Banach 1:1 (62') Verlängerung: 1:1 Elfmeterschießen: 1:1 Rudy (versch.) 1:1 Allofs (versch.) 1:2 Higl 2:2 Rufer 2:2 Littbarski (versch.) 3:2 Bratseth 3:3 Banach 4:3 Harttgen 4:4 Götz 5:4 Borowka Schiedsrichter: Schmidhuber (Ottobrun) Zuschauer: 73.000 (Olympiastadion Berlin) SV Werder Bremen: Reck - Bratseth, Votava, Borowka, Wolter, Eilts, Hermann (75. Sauer), Neubarth (72. Harttgen), Bode, Rufer, Allolfs 1.FC Köln: Illgner - Jensen, Baumann, Gielchen, Greiner, Littbarski, Higl, Andersen (85. Rudy), Götz, Sturm (60. Heldt), Banach Zum Spiel: Nach der 3. Finalteilnahme in Folge kam es endlich zu dem von allen Werder Fans langersehnten Pokalsieg. |
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06.05.1992 / Finale im Europapokal der Pokalsieger AS Monaco - Werder Bremen 0:2 (0:1) Tore: Allofs 1:0 (40'), Rufer 2:0 (55') Schiedsrichter: D'Elia (Italien) Zuschauer: 15000 (Lissabon) SV Werder Bremen: Rollmann - Bratseth, Wolter (34. Schaaf), Borowka, Bockenfeld, Votava, Eilts, Neubarth (75. Kohn), Bode, Rufer, Allofs AS Monaco: Ettori - Valery (62. Djorkaeff), Mendy, Petit, Sonor, Gnako, Barros, Dib, Passi, Weah, Fofana (58. Clement) Zum Spiel: siehe "Foto Ecke" |
05.06.1993 / Bundesligafinale VfB Stuttgart - Werder Bremen 0:3 (0:1) Tore: Hobsch 0:1, Hobsch 0:2, 0:3 Wolter Zum Spiel: Ein Triumph aus der Verfolgerrolle heraus. 32 Spieltage lang hatten die Münchner die Tabelle angeführt, ehe der SV Werder in der vorletzten Runde mit einem Tor Vorsprung vorbeizog. Und diesmal behielt man an der Weser die Nerven, die üblichen Münchner Versuche psychologischer Art den SVW aus den Tritt zu bringen, blieben erfolglos. Die Bayern lagen vor dem 3.letzten Spieltag nur noch 2 Punkte und 8 Tore vor den Bremern. Die nervösgewordenen Bayern verloren in Karlsruhe mit 4:2, der SVW siegte in Saarbrücken mit 4:0. Am vorletzten Spieltag besiegten die Bayern den VfL Bochum nach einer 3:0 Pausenführung "nur" mit 3:1, während zeitgleich der SVW den H?V mit 5:0 aus dem Weserstadion fegte. Somit hatte der SV Werder vor dem Finale ein Tor Vorsprung auf den FC Bayern. Am letzten Spieltag mußte der SV Werder beim VfB Stuttgart antreten, der noch eine Chance auf die UEFA-Cup Teilnahme hatte, der FC Bayern musste zum S04, für den es um nichts mehr ging. Werder gewann in Stuttgart mit 3:0 während der FCB nur 3:3 spielte. Der Deutsche Meister 1993 nach einem packenden Saisonfinale hiess SV Werder Bremen! |
08.12.1993 / Championsleague Gruppenspiel Werder Bremen - RSC Anderlecht 5:3 (0:3) Tore: 0:1 Albert (16'), 0:2 Boffin (18'), 0:3 Boffin (33'), 1:3 Rufer (66') , 2:3 Bratseth (72'), 3:3 Hobsch (80'), 4:3 Bode (83'), 5:3 Rufer (89') Schiedsrichter: Craciunescu (Rumänien) Zuschauer:29000 SV Werder Bremen: Reck - Bratseth, Beiersdorfer, Borowka, Basler (87. Wiedener), Votava, Herzog (46. Wolter), Eilts, Bode, Hobsch, Rufer RSC Anderlecht: de Wilde - Emmers, Rutjes, Albert, Crasson, Zetterberg (83. Kooiman), Walem, Boffin, Versavel, Haagdoren, Bosman (70. Nilis) Zum Spiel: Die allgemeine Einschätzung, Porto, Werder und Anderlecht würden um Platz 2 in der Gruppe B hinter Mailand kämpfen, deutete an, dass sich die drei Mannschaften auf einem Level bewegten. Anderlecht hatte im ersten Spiel ein 0:0 in Brüssel gegen Milan erkämpft. Damit war Werder als Gruppenletzter in Zugzwang, was auch RSC-Kapitän Philip Albert wusste:"Wir wissen Bescheid. Wir werden Werder nicht unterschätzen, wir kennen die meisten Spieler, das System." Umso mehr freute er sich, dass Oliver Reck es ihm nach einer Viertelstunde noch leichter machte und den Ball genau vor die Füsse faustete. Ohne zu zögern, zirkelte er am Torwart vorbei zur Führung. Den meisten der 28.000 stockte der Atem. So viele Hoffnungen hatten sie sich für das erste Champions-Heimspiel gemacht, und nun das. Der 22fache Meister liess weiter Ball und Gegner laufen. Perfekter Auswärtsfussball, vom niederländischen Trainer Johan Boskamp in bester Cruyff-Tradition einstudiert, in Vollendung auf dem Plat von Belgiens Vorzeigemannschaft zelebriert. "Wir sind im Europacup noch nie so vorgeführt worden", gestand Uli Borowka hinterher ein. Präsident Böhmert beobachtete sogar "den besten Fussball, den ich von einer ausländischen Mannschaft bei uns im vergangenen Jahrzehnt gesehen habe". Boffin erzielte das 2:0 und 3:0 noch vor der Pause. In den Logen schnellten empörte Sponsoren inklusive Anhang aus den Polstersesseln und machten sich über die Getränke im VIP-Raum her, derweil in der unüberdachten Ostkurve die klatschnass geregneten Fans ihren SVW weiter unterstützten. In der Kabine herrschte Schweigen. Die Luft war zum Schneiden, der Trainer deutete seinen "Jungs" an, sie sollen sich frische Trikots anziehen. Er dachte:"Otto, bleib ruhig. Jetzt musst du den Kopf einsetzen." Er setzte aber Thomas Wolter für den grippegeschwächten Andreas Herzog ein und stellte Mario Basler ins zentrale Mittelfeld. Es war der entscheidende Schachzug des Spiels. Fortan lief es besser vor allem, als erkennbar wurde, dass die furiose erste Hälfte die Belgier viel Kraft gekostet hatte. Wynton Rufer schaffte dann tatsächlich nach 66 Minuten den Anschluss, so dass Oliver Reck spürte, "dass Anderlecht auf einmal wackelte." Der Druck wurde immer grösser. Rune Bratseth traf sechs Minuten später zum 2:3, weitere acht Minuten danach Bernd Hobsch zum 3:3. Das ganze Stadion stand Kopf. Spieler, Trainer, Betreuer und Trenchcoats fielen übereinander her und versicherten sich immer wieder ihre Fassungslosigkeit. Kaum waren alle wieder auf ihrem Platz schnappte sich Marco Bode den Ball und versenkte ihn zum 4:3. Unaufhörlich prasselte der Regen auf die Beteiligten dieses Schauspiels nieder und vermischte sich mit den Tränen der belgischen Fans. Werders Wirbel und Anderlechts Alptraum waren noch nicht beendet, denn Rufer wollte seine unvergessliche Leistung, die ihn zur Fussballlegende reifen liess, noch mit einem weiteren Tor krönen, indem er das Leder mit Warp-Geschwindigkeit am völlig entnervten De Wilde vorbei in die Maschen hämmerte. 5:3 - nach einem 0:3 Rückstand. Fünf Tore in 24 Minuten, einen solchen Krimi hatte Werder schon lange nicht mehr geboten. Obwohl die Mannschaft über eine Stunde vorgeführt wurde und keine Chance hatte, obwohl der RSC in diesen 60 Minuten erstklassigen Fussball bot und seinen Gegner fest im Griff hatte - die Rede wird immer nur vom dritten "Wunder von der Weser" sein und wie Werder es geschafft hat, dieses Spiel umzubiegen. "Fragt mich nicht, ich kann es nicht begründen", hinterliess auch Rune Bratseth einen ratlosen Eindruck. Johan Boskamp blickte auf der Pressekonferenz traurig und leer in die Runde und gestand: "Mir kam es vor, als wenn ein Nachtgespenst unser Spiel zerstört hat." Otto Rehagel hingegen hatte überhaupt keine Lust zur Analyse: "Mich brauch ihr heute nicht, ihr habt doch genug zu schreiben", während der anwesende Bundestrainer Vogts Komplimente verteilte: "So etwas kann wohl doch nur Werder." Und ganz hinten in der Ecke des Presseraums sass ein seltener Gast und machte eifrig Notizen. Jürgen Flimm, Intendant des Hamburger Thalia Theaters und Rehagel-Spezi, dachte darüber nach, diese Spannung auf die Bühne zu bannen: "Das hätte ich nicht besser inszenieren können." Quelle: Norbert Kuntze, "Werder Bremen: Eine Karriere im kühlen Norden"; Verlag die Werkstatt, 1997 (Das 3. Wunder) |
14.05.1994 / DFB-Pokal Finale Werder Bremen - Rot-Weiß Essen 3:1 (2:0) Tore: Beiersdorfer 1:0 (17'), Herzog 2:0 (38'), Bangoura 2:1 (50'), Rufer 3:1 (88') Schiedsrichter: Amarell (München) Zuschauer: 76300 (Olympiastadion Berlin) SV Werder Bremen: Reck - Bratseth, Beiersdorfer, Wolter, Basler (75. Wiedener), Votava, Herzog (84. Borowka), Eilts, Bode, Hobsch, Rufer Rot-Weiß Essen: Kurth - Kügler, Jack, Pickenäcker (39. Geschlecht), Margref, Lipinski, Bangoura, Spyrka, Zedi, reichert (49. Grein), Dondera |
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14.06.1999 / DFB-Pokal Finale Werder Bremen - Bayern München 6:5 n.E. (1:1) Tore: Maximov 1:0 (4'), Jancker 1:1 (45') Verlängerung: 1:1 Elfmeterschießen: Bode 2:1 2:2 Salihamidzic 2:2 Todt (versch.) 2:3 Daei 3:3 Bogdanovic 3:4 Tarnat 4:4 Wicky 4:5 Jancker 5:5 Eilts 5:5 Effenberg (versch.) ![]() Rost 6:5 6:5 Matthäus (versch.) ![]() Schiedsrichter: Aust (Köln) Zuschauer: 75841 (Olympiastadion Berlin) SV Werder Bremen: Rost - Trares, Wicky, Todt, Wiedener, Eilts, Dabrowski, Frings, Maximov, Herzog (45. Wojtala), Bode FC Bayern München: Kahn - Matthäus, Linke, Kuffour (37. Daei), Babbel, Jeremies (57. Fink), Tarnat, Effenberg, Scholl (84. Salihamidzic), Basler (116.), Janker Zum Spiel: Wer sich noch einmal ein "Gänsehautfeeling" verschaffen möchte, kann sich die Live Reportage des Elfmeterschießens reinziehen (3MB Download): |
07.12.1999 / UEFA-Pokal 3. Runde Hinspiel: Olympique Lyon - Werder Bremen 3:0 Rückspiel: Werder Bremen - Olympique Lyon 4:0 (2:0) Tore: Bode 1:0 (16'), Herzog 2:0 (39' / Elfmeter), Baumann 3:0 (54'), Pizarro 4:0 (77') Schiedsrichter: Messina (Italien) Zuschauer: 20899 SV Werder Bremen: Rost - Baumann, Cesar - Eilts, Tjikuzu, Trares, Frings, Herzog (89. Wiedener) - Ailton, Pizarro, Bode Olympique Lyon: Coupet - S.Blanc (62. Uras), Brechet (79. Malbranque), Bak, Cateron - Delmotte, Violeau, Linares (79. Kanoute), Dhorasoo - Vairelles, Anderson Zum Spiel: Das "4.Wunder von der Weser". |
08.05.2004 / Bundesliga: 32. Spieltag / Das entscheidende Spiel um die Deutsche Meisterschaft FC Bayern München - Werder Bremen 1:3 (0:3) Torschützen: Klasnic, Micoud, Ailton Zum Spiel: Die Lage vor dem "Spiel des Jahres": Werder Bremen führte mit 6 Punkten Vorsprung vor Bayern die Tabelle an. Nur ein Sieg konnte den Bayern die Chance auf die Deutsche Meisterschaft erhalten, denn Werder hätte aufgrund des weit besseren Torverhältnisses mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein Unentschieden gereicht, um die Schale nach Bremen zu holen. Bei einem Sieg des SV Werder jedoch wäre die Meisterschaft entschieden. Denn dann hätte man 9 Punkte Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Spielen. U.H. aus M. hatte sich wie in den Wochen zuvor, als er von "seltsamen Tendenzen" bei den Schiedsrichtern redete - gemeint war eine angebliche Bevorteilung von Werder Bremen, oder auch wie bei seinen verbalen Ausfällen nach dem 6:0 von Werder gegen den HSV - auch dieses Mal weit aus dem Fenster gelehnt: "Ich freue mich auf ein heißes Spiel gegen Bremen. Dann werden wir auch sehen, wer die beste Mannschaft in Deutschland ist. Wir wollen Bremen ganz klar schlagen. Ein 1:0 oder 2:0 reicht nicht. Wir müssen sie wegfegen und richtig niedermachen." 10000 mitgereiste Werder Fans sahen eine Bremer Mannschaft, die von Beginn an hochkonzentriert das Heft in die Hand nahm und schon in den ersten 15 Minuten mehrere sehr gute Torchancen hatte. Verblüfft nahmen die Zuschauer zur Kenntnis, dass hier zu Beginn nur eine Mannschaft spielte und das auch noch hochüberlegen - und diese Mannschaft war Werder Bremen. In der 18. Minute sorgt Olli Kahn mit einem schweren Patzer für Aufsehen - er lässt einen schon sicher geglaubten Ball abprallen, dieser fällt Klasnic direkt vor die Füße. Der Kroate nimmt den Ball an, spielt schnell noch den am Boden auf allen vieren dem Ball hinterherkrabbelnden Nationalkeeper aus, dreht sich dann angesichts keiner erreichbaren Anspielstation um die eigene Achse und versenkt die Kugel im leeren Gehäuse - es steht 1:0 für Werder! Nur wenige Minuten später erzielt Johan "Joe" Micoud, von seinen Bremer Fans auch "Weser Zidane" genannt, mit einem Lupfer über Kahn hinweg das 2:0 - in der Nordkurve des Olympiastadions und auch auf dem Bremer Domshof, wo sich etwa 30000 Fans zur Live Übertragung per Großbildleinwand eingefunden haben, bricht ein Orkanartiger Jubel los - die Meisterschaft ist noch ein Stück näher gerückt... Als Ailton in der 36. Minute einen Schlenzer um seinen Gegenspieler Linke herum macht und der Ball genau im rechten oberen Torwinkel zum 3:0 einschlägt, kennt der Jubel der Werder Fans keine Grenzen mehr - wer soll ihnen die Meisterschaft noch nehmen? Dieser am heutigen Tage verängstigt spielende FC Bayern jedenfalls nicht. U.H. sitzt mit hängenden Kopf auf der Bank, Vizepräsident Rummenigge gratulierte Werder schon mal vorab während eines Halbzeit-Interviews bei Premiere zur Deutschen Meisterschaft. Nach der Halbzeit sieht man einen engagierter aufspielenden FC Bayern, der durch Makaay in der 56. Spielminute auf 1:3 verkürzen kann. Der SV Werder läßt es in dieser Phase etwas ruhiger angehen, steht aber in der Abwehr bis auf die Situation vor dem Gegentreffer sicher. Es gibt auf beiden Seiten noch einige Tormöglichkeiten, die Bayern können die Bremer jedoch nicht in Verlegenheit bringen - im Gegenteil erwecken die Werderaner den Eindruck, bei Bedarf die Schlagzahl jederzeit steigern zu können. Der Schiri pfeift pünktlich in der 90. Minute ab, die Grün weißen Spieler und Fans liegen sich in den Armen - der Deutsche Meister 2004 ist Werder Bremen!!! In München feiern nach dem Spiel die Werder Fans auf dem Marienplatz ihren Deutschen Meister - in Bremen feiern zigtausend Menschen auf den Straßen und in den Kneipen - Autokorsos besetzt mit grün weißen, feiernden Menschen machen die Straßen unsicher - brasilianische Verhältnisse in Bremen. Zu späterer Stunde feiern etwa 20000 Menschen auf dem Flughafen die Rückkehr der neuen Deutschen Meisters, der den Bayern auf dem Platz die passende Antwort auf die rotweißen Psychospielchen der letzten Monate gegeben hat. Wie U.H. aus M. es vor dem Spiel sagte: "Bei diesem Spiel werden wir sehen, wer die beste Deutsche Mannschaft ist"
Tore: Klasnic 0:1 (18'), Micoud 2:0 (26'), Ailton 3:0 (36'), Makaay 1:3 (55') , Zuschauer: 63000 (ausverkauft) Schiedsrichter: Edgar Steinborn (Sinzig) SV Werder Bremen: Reinke - Stalteri, Krstajic, Ismaël, Schulz - Borowski, Baumann, F. Ernst - Micoud - Klasnic, Ailton - Trainer:T.Schaaf Bayern: Kahn - Salihamidzic, Jeremies, T. Linke, Lizarazu - Schweinsteiger, Hargreaves, Ballack, Zé Roberto - Pizarro, Makaay - Trainer:O.Hitzfeld Auswechslungen: 56. Skripnik für Schulz, 71. Lagerblom für Ismaël, 87. Valdez für Klasnic - 46. Santa Cruz für Schweinsteiger |
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29.05.2004 / DFB-Pokal Finale Werder Bremen - Alemannia Aachen 3:2 (2:0) Tore: Borowski 1:0 (31'), Klasnic 2:0 (45'), Blank 2:1 (51'), Borowski 3:1 (84'), Meijer 3:1 (92') SV Werder Bremen: Reinke - Stalteri, Ismaël, Krstajic, Schulz - Baumann - Borowski, F. Ernst - Micoud - Ailton , Klasnic - Trainer: Schaaf Alemannia Aachen: Straub - Landgraf, Klitzpera, Mbwando, Blank - Paulus - Grlic, Pflipsen, D. Brinkmann - Meijer, Salou - Trainer: Berger Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg), Zuschauer: 71682 (ausverkauft) Auswechslungen: 87. Valdez für Klasnic, 88. Charisteas für Borowski, 90. Skripnik für Schulz - 73. Fiel für Landgraf, 79. Gomez für Pflipsen, 83. van der Luer für D. Brinkmann Zum Spiel: wird nachgeliefert |
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Es folgen einige weitere nicht alltägliche Eintrittskarten: |
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10.04.1976 / Bundesliga 27. Sp. Werder Bremen - Schalke 04 1:1 (1:0) Eine der ältesten Karten, die im Besitz der Vahraonen ist. Man beachte den Preis (2,- DM), sowie den Nachlaß im Vorverkauf (10 Pfennig)... (Karte zur Verfügung gestellt von Lutz). |
28.03.1981 / 2.Bundesliga Nord 32. Sp. Werder Bremen - SpVgg Erkenschwick 2:1 Dieser Verein(sname) gefiel uns Vahraonen schon immer so gut, dass ich diese Karte einfach mit in diese Präsentation übernehmen musste... |
30.05.1983 / 1.Bundesliga 33. Sp Eintracht Frankfurt - Werder Bremen 0:1 (0:1) Die erste gemeinsame Auswärtsfahrt der Vahraonen kurz nach der Gründung |
26.11.1983 / 1.Bundesliga 15. Sp. Werder Bremen - Kickers Offenbach 8:1 (4:1) Zum Spiel: Der höchste Bundesligasieg des SV Werder Bremen. In der Rückrunde gewann Werder in Offenbach übrigens mit 7:3 (1:2) |
14.11.1984 / 1.Bundesliga 13. Sp. Werder Bremen - Karlsruher SC 7:1 (4:1) Zum Spiel: Ein schönes 8 Tore Flutlicht Spiel an einem Mittwoch Abend. |
19.09.1984 / UEFA-Pokal 1. Runde Hinspiel: RSC Anderlecht - Werder Bremen 1:0 Rückspiel: Werder Bremen - RSC Anderlecht 2:1 Zum Spiel: Im Rückspiel in Bremen hatte Werder die 0:1 Hinspiel - Niederlage durch 2 Tore von Sidka schon gekontert, als Sidka auch noch das 3. Tor des Spiels erzielte, leider ins eigene Netz... |
16.08.1985 / 1.Bundesliga 2. Sp. Werder Bremen - Hannover 96 8:2 (4:2) Zum Spiel: Ein unvergessliches Freitag Abend Flutlichtspiel mit 10 Toren. |
02.03.1988 / UEFA-Pokal Viertelfinale Hinspiel: Hellas Verona - Werder Bremen 0:1 Torschütze: Neubarth Rückspiel: Werder Bremen - Hellas Verona 1:1 Torschütze: Sauer |
15.03.1989 / Champions League Viertelfinale Hinspiel: Werder Bremen - AC Mailand 0:0 Rückspiel: AC Mailand - Werder Bremen 1:0 Zum Spiel: Im Rückspiel in Mailand gab es eine katastrophale Fehlentscheidung des angeblich "Unparteiischen": Nachdem Sauer im eigenen Strafraum von Marco van Basten umgenietet wurde, entschied der Schiedsrichter George Smith aus Schottland unverständlicherweise auf Elfmeter für Mailand. Nicht nur ich vermutetete einen gekauften Sieg des AC Milano, zu dieser Zeit eine der weltbesten (und teuersten) Vereinsmannschaften. |
07.03.1990 / UEFA-Pokal Viertelfinale Hinspiel: RFC Lüttich - Werder Bremen 1:4 Torschützen: Bockenfeld, Riedle(2), Rufer Rückspiel: Werder Bremen - RFC Lüttich 0:2 |
18.04.1990 / UEFA-Pokal Halbfinale Hinspiel: Werder Bremen - AC Florenz 1:1 Torschütze: Landucci (Eigentor) Rückspiel: AC Florenz - Werder Bremen 0:0 |
01.04.1992 / Europapokal der Pokalsieger Halbfinale Hinspiel: Club Brügge - Werder Bremen 1:0 Rückspiel: Werder Bremen - Club Brügge 2:0 Torschützen: Bockenfeld, Bode |
02.03.1994 / Champions League Gruppenspiel Hinspiel: AC Mailand - Werder Bremen 2:1 Torschütze: Basler Rückspiel: Werder Bremen - AC Mailand 1:1 Torschütze: Rufer |
16.03.2000 / UEFA-Pokal 5. Runde Hinspiel: Arsenal London - Werder Bremen 2:0 Rückspiel: Werder Bremen - Arsenal London 2:4 Torschützen: Bode, Bogdanovic |
31.10.2002 / UEFA-Pokal 2. Runde Hinspiel: Vitesse Arnheim - Werder Bremen 2:1 Torschütze: Verlaat Rückspiel: Werder Bremen - Vitesse Arnheim 3:3 Torschützen: Baumann, Kristajic, Charisteas |
01.05.2004 / Bundesliga: 31. Spieltag Werder Bremen - Hamburger SV 6:0 (3:0) Zum Spiel: Eine Woche vor dem die Meisterschaft entscheidenden Saisonspiel gegen die Bayern musste Werder im eigenen Stadion gegen den HSV antreten. Nach einer Serie von Unentschieden und nur einem glücklichen Sieg beim Absteiger Frankfurt war der Vorsprung auf die Bayern zusammengeschmolzen,ein Sieg musste dringend her. Mit einer starken, mannschaftlich geschlossenen Leistung wurden die Hamburger aus dem Stadion gefegt, was U. H. aus M. gar nicht in den Kram passte. Ohne das Spiel gesehen zu haben, witterte er sofort Schiebung und sprach von einer "wahnsinnigen Sauerei", die sich der Hamburger SV "in einer solchen Phase der Meisterschaft" da erlaubte. Sich so "abschlachten" zu lassen wäre eine Frechheit. Tore: Barbarez 1:0 (16' / Eigentor), Ismael 2:0 (21' / Freistoß), Klasnic 3:0 (39'), Ailton 4:0 (49') , Valdez 5:0 (81'), Skripnik 4:0 (84' / Elfmeter) Zuschauer: 42500 (ausverkauft) Schiedsrichter: Lutz Michael Fröhlich (Berlin) SV Werder Bremen: Reinke - Stalteri, Ismaël, Krstajic, Schulz - Baumann - Lagerblom, Borowski - Micoud - Ailton, Klasnic - Trainer: Schaaf Auswechslungen: 62. Valdez für Klasnic, 72. Skripnik für Lagerblom, 80. Charisteas für Ailton - 60. Cardoso für Benjamin, 61. Romeo für V. Hleb |